Waldgeschichte

Seit 2 Millionen Jahren wird die Erde von großen Vereisungen heimgesucht, die nur von kurzen, ca. 25.000 Jahre dauernden Warmzeiten unterbrochen werden. Die Bäume hatten sich jeweils beim Abkühlen des Klimas über Frankreich und den Balkan in den Mittelmeerraum zurückge-zogen, oder sie starben aus, weil sie von den vereisten Alpen am Rückzug gehindert wurden. Deutschland war dann eine baumlose Tundra. Am Beginn einer Warmzeit wanderten die wenigen überlebenden Arten wieder ein, zuletzt erst vor ca. 15.000 Jahren. Als es rasch wärmer wurde, kamen zuerst Weiden, Pappeln und Birken an, deren Samen vom Wind über große Strecken verweht werden. Dann kamen die Eichen und die Hasel an, deren große Früchte von Vögeln, v.a. dem Eichelhäher, transportiert werden. Fichten, Kiefern und Buchen folgten, wobei die Buche bald die anderen Arten von den begehrten guten Standorten verdrängte. Die Eichen und die Esche wurden in die Auwälder und in warm-trockene Bereiche verdrängt, die Fichten in die Gebirgslagen. Zuletzt kam die Weißtanne zu uns bis zum Bayerwald, Voralpenraum und Schwarzwald, wurde dann aber durch die bereits einsetzende Landwirtschaft und menschliche Besiedlung an einer größeren Verbreitung gehindert. Seit ca. 2.500 Jahren wird nun die Waldzusammensetzung auch durch den Menschen bestimmt. Immer größere Mengen Holz wurden für Metall- und Holzkohlegewinnung, zum Heizen und zum Bau von Städten und Segelschiffen benötigt. Die Wälder wurden aufgelichtet und das dann darin wachsende Gras als Weide genutzt. Durch die Waldweide und das Streurechen wurde das Nachwachsen der Bäume verhindert, so dass vor etwa 500 Jahren Holz knapp wurde. Die Wälder waren gerodet oder stark aufgelichtet. Erst mit Fortschritten in der Landwirtschaft und mit der industriellen Entwicklung wurde der Druck auf den Wald geringer. Das Vieh wurde in den Ställen gehalten, die Erträge der Felder stiegen stark an, die Beweidung des Waldes nahm ab. Jetzt wanderten Fichten und Kiefern aus den Gebirgen ins Flachland ein, oder wurden ausgesät, um die Holznot zu lindern. Bald stellte sich heraus, dass diese Baumarten zwar schnell wachsen und begehrtes Bauholz liefern, aber von vielen Schäden (Borkenkäfer, Schnee- und Windbruch) betroffen sind. Die planmäßige Forstwirtschaft versucht deshalb, die natürliche Gesundung des Waldes durch Pflanzung von Laubholz und Tanne zu unterstützen.

Jetzt droht dem Wald aber neue Gefahr - das Überleben mancher Baumarten (v.a. Fichte und Kiefer) wird durch den Klimawandel bedroht.
Und der Hunger nach nachwachsender Energie führt zu einer stärkeren Nutzung des Waldes.
Solange diese hohe Nachfrage zu höheren Preisen führt, ist uns das willkommen, sie soll aber nicht wieder zur Übernutzung und Zerstörung des Waldes führen.