Die Europäische Lärche

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Lärche liegt in den Alpen und den Karpaten, wo sie die höheren Lagen besiedelt. Weil sie das extreme Klima dieser Gebiete besser ertragen kann, ist sie dort anderen Baumarten überlegen und bildet große Bestände, oft zusammen mit der Zirbelkiefer.

Der forstliche Anbau der Lärche erstreckt sich über ganz Bayern. Sie ist als Mischbaumart mit etwa 2 bis 3 % vertreten. Häufig wurde sie früher wegen ihres raschen Jugendwachstums zum Ausbessern lückiger Naturverjüngungen benutzt. Heutzutage wird dafür auch die Douglasie verwendet.

Die Eigenschaften der Lärche erfordern eine besondere waldbauliche Behandlung:
Weil sie eine extreme Lichtbaumart ist (d.h. sie verträgt keine Beschattung), wird sie leicht von anderen Baumarten bedrängt und braucht die Unterstützung des Waldbesitzers, der ihr die Krone freihalten muss. Auch untereinander verträgt sie keine Konkurrenz. Bereits bei der Pflanzung wird sie deshalb weit gestellt (3 m x 2 m) und fleißig gepflegt, damit sie nicht überwachsen wird. Auf guten Böden kann sie das Potential nicht ausnutzen und der Waldboden verwildert. Deshalb sollte unbedingt eine Schattholzart (z.B. Rotbuche, Hainbuche) gleichzeitig mit der Lärche oder später dazu gepflanzt werden. Das hat auch den Vorteil, dass das Restlicht, das von der Lärche nicht genutzt wird, auch in Holzwachstum umgewandelt wird. Mischungen mit anderen Lichtbaumarten, besonders Eiche, sind ungünstig.

Die Lärche wird vom Rehwild verbissen, oft sind aber die Fegeschäden gravierender, denn der Bock liebt sie. Meist ist deshalb (auch zum Schutz der Mischbaumarten) ein Zaun erforderlich.

Durchforstungen der Lärche sind so kräftig und oft durchzuführen, dass sich die Kronen der Bäume nie berühren. Weil ihre Äste zwar schnell von unten her absterben, aber lange dürr am Stamm bleiben, ist eine Wertastung der Zukunftsbäume (ca. 70 Stück/ha) auf eine Höhe von 6 m dringend zu empfehlen. Dabei sind die dürren Äste mit einer Handsäge dicht am Stamm abzuschneiden. Das Abschlagen der Totäste, so leicht es auch geht, kann durch Verletzungen der Rinde zur Bildung von Harzgallen im Holz führen.

Der richtige Standort für die Lärche ist nicht leicht zu finden: Die genetische Anpassung der Lärche an kaltes, regenreiches Klima bereitet ihr Probleme in wärmeren, trockenen Bereichen. In den tieferen Lagen Unterfrankens und in Hessen verursachen Schädlinge wie der Lärchenborkenkäfer und der Lärchenbock so große Probleme, dass der Anbau nicht mehr sinnvoll ist. Im Bereich der WBV ist sie derzeit im Hügelland auf lockeren Böden gut geeignet. Staunasse Böden oder feuchte Lagen wie die Donauebene sind weniger zu empfehlen, dort bekommt sie leicht den Lärchenkrebs.
Der Klimawandel stellt für den Lärchenanbau ein großes Risiko dar, weil große Teile Bayerns dann zu warm für sie sind. Im Gebiet der WBV sollte sie deshalb nur in kleinen Gruppen an den Beständen beteiligt werden.